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Designer-Portrait: Ross Lovegrove

von Martin Huber, 24.04.2009 um 18:54 Uhr
Wasserflasche für "Ty Nant"

Wasserflasche für “Ty Nant”

Für viele besteht schlichtes, schönes Design aus geraden Linien und einfachen, reduzierten Formen ohne Schnörkel. Ross Lovegrove interessieren die Formen der Natur. Die Natur ist aber selten geradlinig und weil die Natur Ross Lovegroves Arbeit nachhaltig geprägt hat, sind seine Entwürfe quasi die Antithese zu der Formensprache des frühen 20. Jahrhunderts, in dem das Bauhaus neben anderen die Gestaltung maßgeblich beeinflusst hat.

Ross Lovegrove wurde 1958 in Cardiff (Wales) geboren. 1980 schloss er sein Studium an der Manchester Polytechnic mit “1st class BA hons industrial design” ab, 1983 wurde er zum “Master of Design of Royal College Art” in London. In den frühen Achtzigern arbeitete Ross Lovegrove für “frog design” in Deutschland, später in Paris u.a. mit Philippe Starck und kehrte schließlich 1986 nach London zurück. In der kurzen Zeit arbeitete er an Projekten für Kunden wie Sony, Apple, Knoll international, Airbus Industries, Kartell, Luceplan, Driade, Peugeot, Vitra, Olympus Cameras, Hermes, Tag Heuer, Japan Airlines, Toyo ito Architects und mehr.

Seine internationalen Preise und seine Arbeit haben ihm Ausstellungen in der ganzen Welt eingebracht, unter anderem im Museum of Modern Art in New York, Guggenheim Museum New York, Axis Centre Japan, Centre Pompidou Paris und das Design Museum in London.

Ross Lovegrove hat sich seinen Spitznamen als “Captain Organic” zu recht eingehandelt. Praktisch alles, was er in den letzten Jahren entworfen und gestaltet hat, ist von der Natur inspiriert. Sein Designstudio in London ist zum Designlabor mutiert, in dem er am liebsten mit neuen Oberflächen, Materialien und Formen experimentiert. Wie in der Natur versucht Ross Lovegrove unnötiges wegzulassen und so z.B. die Masse eines Objektes massiv zu reduzieren.

Es ist der kommerzielle Druck, der mich manchmal an meiner Arbeit als Designer stört. Man hat keine Zeit, um in Ruhe nachzudenken und Dinge gründlich entwickeln zu können. Es müssen immer neue Produkte schnell auf den Markt gebracht werden. So können keine große Ideen entstehen.

Ross Lovegrove

Ross Lovegrove ist einer der Designer, für die der Umweltgedanke kein leeres Versprechen ist. Er sieht sich selbst als Humanist und versucht mit seinen Mitteln andere Designer und Firmen zu mehr Nachhaltigkeit zu inspirieren. Ross Lovegrove unterrichtete leider nur kurze Zeit an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Unweit davon, vor dem MAK wurde der Prototyp seines “Solar Tree” erstmals enthüllt. Der “Solarbaum” ist eine moderne Straßenlaterne mit Solarzellen, die tagsüber die Sonnenenergie speichern, um am Abend Energie für die Beleuchtung zu haben. Das Highlight war aber sein Solarauto, das mit Kristallen bestückt ist und ebenfalls dort ausgestellt wurde. Interessantes Detail am Rande: Die Kristalle sind so schwer, dass sie eigentlich kontraproduktiv sind. Aber egal, es ging ihm auch nicht um die Realisierbarkeit sondern darum, ein Statement zu setzen und die Menschen zum Umdenken zu bewegen.

Eine besondere Vorliebe hat Lovegrove nach eigenen Angaben auch zur Architektur. So führt er z.B. in einem Interview mit “designboom” Zaha Hadid als eine von jenen Architekten an, zu denen er einen sehr guten Draht hat. Besser als zu anderen Industrial Designern.

Serie bdlove

Serie bdlove

Automobilstudie "Swarovski Crystal Aerospace"

Automobilstudie "Swarovski Crystal Aerospace"

DNA Wendeltreppe in Ross Lovegroves Studio in London

DNA Wendeltreppe in Ross Lovegroves Studio in London

DNA Wendeltreppe

DNA Wendeltreppe

Go Chair

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Der "Solar Tree" vor dem MAK in Wien

Der “Solar Tree” vor dem MAK in Wien

Modulares Lichtsystem "System X Light"

Modulares Lichtsystem “System X Light”

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